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Erlebnisbericht 32. Rennsteiglauf – 15.05.2004 ( Andreas W. ) Getrieben durch die starken Eindrücke vor, während und nach dem eigentlichen Lauf, fühle ich mich heute bemüßigt einen kurzen Bericht zu verfassen. Um es vorneweg zu sagen, ohne die Unterstützung (Überredung) unseres Laufkameraden Jürgen wäre mir der Lauf nicht vergönnt gewesen. Weshalb? Aufgrund einer verletzungsbedingten „Pause“ im März und April konnte ich kein normales Trainingspensum absolvieren. Erst ca. drei Wochen vor dem Wettkampf habe ich wieder mit einem leichten Laufprogramm begonnen. Das gesamte Pensum belief sich auf etwa 80 km mit einem 20er und einem 25er Lauf. Ich persönlich hatte mich damit von einer Teilnahme bereits verabschiedet, dann kam es jedoch zu einem Gespräch mit Jürgen eine Woche vor dem Lauf. Darin eröffnete er mir auch seine magere Vorbereitung und schlug mir vor, mit ihm zusammen den Lauf anzugehen. Seine Taktik: Einen Schnitt von 6:15 – 6:30 pro Km, walken an den Steigungen, laufen lassen im Gefälle. Das würde einen nicht über Gebühr beanspruchen und wir kämen trotzdem über die Distanz mit einer Zeit zwischen 4:30h und 4:45h Sollte man damit eine Strecke bewältigen die 43,1 km lang, über 700 Höhenmeter nach oben und etwa 850 Meter nach unten führt und als Europas größter Crosslauf bekannt ist? Trotz einiger Skepsis siegte meine Neugier und ich sagte meine Teilnahme zu. Am 14.5 ging es los. Mit Lothar, Volker, Jürgen, Jörg, Thomas, Uli, Ulf und Andreas S traten wir die Reise nach Neuhaus an. Bei ca. 8 Grad und bedecktem Himmel trafen wir am Nachmittag in unserer Pension ein. Nach Bezug der Zimmer begaben wir uns dann ins Startgebiet, um dort die Unterlagen zu besorgen, die Logistik des folgenden Tages zu besprechen, langsam immer mehr in Stimmung zu kommen und an der Party teilzunehmen (Die Pasta Partys der vergangenen Jahre wurden dieses Mal wieder durch die traditionelle Kloßparty ersetzt). Mit einigen Köstrizer Schwarzbieren, Klößen und Thüringern (Würste und Anwohnern) bereiteten wir und mental auf das bevorstehende Großereignis vor. Am nächsten Morgen empfingen uns blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Lauftemperaturen. Im Startgebiet war schon schwer Stimmung mit Musikkapelle und lokalem Liedgut (Wobei die folgende Frage von besonderer Bedeutung war: „Lebt denn der alte Holzmichel noch?“). Nach gelungenem Start gingen wir alle die Strecke gemächlich an. Nach ca. 6 km ging es von der Strasse endlich in den Thüringer Wald. Die Wege waren ziemlich herausfordernd (Motto „Über Stock und über Steine, aber brich die nicht die Beine“). Der erste Verpflegungspunkt nach 10 km wurde schon sehnlichst erwartet. Ein besonderer Höhepunkt stellte der lauwarm dargereichte Schleim dar (Haferschleim im Pappbecher war eine neue Erfahrung für mich, aber eine leckere!). Unterwegs wurde viel gelacht und gescherzt. Der Halbmarathon ging locker durch. Ab Kilometer 25 wurde auch schon mal zu etwas herzhaftem gegriffen (Schmalzbrot, Butterstullen). Die 35 Km Marke ging durch, ich fühlte mich so gut wie nie nach dieser Distanz. Der Höhepunkt war jedoch die Aktion von Ulf und Andreas S. die sich von den anderen etwa drei Minuten abgesetzt hatten. Sie warteten ca. 200 m vor dem Ziel und sammelten unsere Gruppe. Als alle komplett waren liefen wir geschlossen über die Ziellinie. Das zeigt auch, das es mehr auf das Erlebnis als auf nackte Zeiten ankommt. Gemütlich ließen wir den Nachmittag im Festzelt ausklingen (Wobei übrigens klar wurde à Der alte Holzmichel lebt noch). Dieser Lauf hat mir gezeigt, das man eine solche Strecke auch ohne optimale Vorbereitung schaffen kann, wenn man zwei Punkte berücksichtigt: - Aufbau einer gewissen Grundkondition - Rückgriff auf die Lauferfahrung in unserer Gruppe
Jürgen: Nochmals vielen Dank für das gute Zureden und Deine Unterstützung. P.S. Sebastian und Martin werden müde lächeln. Die beiden haben die lange Distanz des Rennsteiglaufes gewählt (72,7 Km und wer weiß wie viele tausend Höhenmeter). Herzlichen Glückwunsch Euch beiden für diese außergewöhnliche Leistung!
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